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Pressestimmen 2004
Kronen Zeitung, 28.07.2004
Pompos, aber auch authentisch - riesig, aber auch intim: Widersprüche sind das nur auf dem Papier, im Theaterleben kann man diese Begriffe mitunter mühelos unter einen Hut bringen. Wie man etwa in Gutenstein bei den Raimundspielen erleben kann! Auch heuer gefiel also im großen Theaterzelt die Premiere dank eines guten Konzeptes und spielfreudiger Darsteller. Im malerischen Raimund-Ort Gutenstein, NÖ, hat Intendant und Regisseur Ernst Wolfram Marboe erneut zugeschlagen: "Der Diamant des Geisterkönigs" ist heuer auf dem Spielplan und wieder überzeugt die Produktion vor allem dank der Freundlichkeit, der Detailgenauigkeit und der Akribie, mit der sie erstellt wurde... Sympathisch!

Die Presse, 28.07.2004
Heuer ist bei Altmeister Marboe die alte Liebe zum Geisterkönig neu entflammt. Er inszeniert das frühe Werk, mit dem sich der junge Raimund 1824 in der Leopoldstadt endgültig etablieren konnte, flott, mit lustvoll gestalteter Geisterbühne... Alles in allem ein unverkrampftes Volksstück, das den Darstellern sichtlich Vergnügen bereitete...
 
Wiener Zeitung, 21.07.2004
Diesmal ist es "Der Daimant des Geisterkönigs", der im Festzelt erstrahlt, dieser Hymnus auf die Liebe, die der wahre Reichtum ist. In den fantasievollen Bühnenbildern von Herwig Libowitzky läuft das bunte Geschehn ab: Leid und Freud, harte Prüfungen und schließlich Erfüllung... Jedenfalls war es wieder genussvoller Raimund pur und dennoch schillernd, in erstklassiger Besetzung... Für Ferdinand Raimunds Poesie schlagendes Herz, was willst du mehr?
 
Neuer Samstag, 07.08.2004
Raimunds zweites Stück ist eine schöne Mischung aus alter Zauberparodie, bewährten lustigen Figuren, einer Liebenshandlung, die idealistisch menschliche Werte über "Diamanten" stellt - und eines Aktes, der über die Maßen bemerkenswert ist. Denn wenn der Held Eduard auf eine "sittliche Insel" gerät, ein Land, in dem angeblich die "Aufrichtigkeit" groß geschrieben wird und wo man es tatsächlich mit dem Bild eine totalitären Staates zu tun hat, in dem jede freie Meinung unterdrückt und jede Meinungsäußerung reglementiert wird - da ist Raimund eine von den Zeitgenossen fast übersehene, aber uns sehr evidente Zeichung des von der Zensur geknebelten Österreichs des Biedermeier gelungen. Und tatsächlich "stimmt", was man hier sieht, für jeden fundamentalistischen Staat zu allen Zeiten... In der Inszenierung von Ernst Wolfram Marboe bekommt dieser Akt gebührendes Gewicht...

N.Ö. Nachrichten, Woche 31/07

Ernst Wolfram Marboe verstehet es, sein Publikum zu spalten. Da gibt es viele, die angesichts der geradezu überwältigenden Naivität der Darstellungsweise geistig abschalten, und da gibt es genug, die hier ein Meisterstück der Werktreue bejubeln. Marboe packt, wenn er zu Raimund greift, mit beiden Händen zu. Da werden keine Inhalte intellektuell hinterfragt und keine zeitgenössischen Akzente gesetzt. Vor allem sucht er nicht in der feinen Zurückhaltung das Heil, sondern - im Stil eines Alle-Neune-Theaters - in den Vollen. Marboe macht Theater aus dem Bauch. Aus seinem Bauch. Wer ihm dabei folgen kann, der ist damit sehr glücklich...
 
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